F wie Fachthemen – IMTB 20 – von A bis Z

F wie Fachthemen – IMTB 20 – von A bis Z

Nach E wie Engagement folgt in unserem „A bis Z“-Countdown zum 20. Firmengeburtstag heute ein Einblick in die Vielfalt der im Zusammenhang mit D wie Digitalisierung zu bearbeitenden fachlichen Themen: F wie Fachthemen.

Wer denkt, dass es bei Digitalisierungsprojekten „einfach nur“ darum geht, aus Papier digitale Daten zu machen, ist auf dem Holzweg. In unseren Projekten geht es deutlich komplexer zu; eher wie bei einem Uhrwerk. Viele Mechanismen arbeiten gleichzeitig, greifen ineinander und entfalten Ihre Wirkung im Zusammenspiel. Ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt erfordert viele fachliche, methodische und soziale Kompetenzen.

Um erfolgreich zu digitalisieren ist es nicht selten notwendig Aufgaben, Prozesse und die Arbeitsorganisation unserer Kundinnen und Kunden zu analysieren, sichtbar zu machen, zu optimieren und dann am Ende passgenau digital zu unterstützen. Rund um diese Fragestellungen sind wir als IMTB auch fachlich aufgestellt. Unsere Kolleginnen und Kollegen bringen oft Fähigkeiten und Kompetenzen in verschiedenen Themen unseres Leistungsportfolios mit und entwickeln sich beständig weiter, in den Projekten und mit gezielten Weiterbildungen.

Unser Leistungsportfolio ist geprägt von folgenden Themen:

Digitalisierung & KI

In diesem Themenspektrum geht es z. B. um Einbindung von KI, E-Akte bzw. DMS, Digitale Archivierung, Input- und Outputmanagement, Low Code, Business Intelligence, Online-Portale, Informationssicherheit und Fragen rund um den Datenschutz.

Organisationsberatung

Unsere Kolleginnen und Kollegen mit einem organisationsbezogenen Schwerpunkt sind beispielsweise Spezialistinnen und Spezialisten für Prozessmanagement, Strategieentwicklung, Organisationsentwicklung oder auch New Work.

Vergabeberatung

Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden auch mit fachlichem und vergaberechtlichem Knowhow, wenn der Moment gekommen ist, Technik oder Dienstleistungen zu beschaffen. Unsere strategische und operative Ausschreibungsunterstützung beinhaltet die Planung und Vorbereitung sowie Begleitung komplexer nationaler sowie europäischer Vergabeverfahren.

Projektbegleitung

Und da Projekte aus unserer Sicht nur dann erfolgreich sind, wenn es gelingt, sie im vorgesehenen Zeit-, Qualitäts- und Kostenrahmen durchzuführen und wenn das Projektergebnis geeignet ist, einen Mehrwert für die Menschen in der Organisation zu erschaffen, legen wir großen Wert auf Projektmanagement, Risikobewertung sowie Akzeptanz- und Veränderungsmanagement. Wir gestalten analoge und digitale Medien und digitale Lerneinheiten.

Von dieser Vielfalt lebt unser Arbeitsalltag. Aber wie greifen die Mechanismen denn nun so ineinander, dass das „Uhrwerk“ auch zuverlässig läuft?

Dies geschieht insbesondere durch immer wieder neue Zusammensetzungen unserer Projektteams, bei denen wir darauf achten, unterschiedliche Erfahrungswerte sowie verschiedene fachliche und methodische Kompetenzen zu vereinen.

Eine wichtige Rolle dafür, dass wir bei all der Themenvielfalt immer fachlich und methodisch aktuell bleiben, spielen außerdem unsere Fachthemenmanagerinnen und -manager (FTM) mit ihrer mehrjährigen Projekterfahrung. Selbstverantwortlich oder mit von ihnen geleiteten Fachteams treiben sie ihren jeweiligen Themenbereich voran, entwickeln Beratungsansätze und -standards, sind für Fachfragen der Kolleginnen und Kollegen erreichbar und organisieren darüber hinaus die Wissensdokumentation und -weitergabe. Sie sind nicht nur auf ihrem Fachgebiet Expertinnen und Experten, sondern auch darin, Wissen kompetent weiterzugeben. Das Schöne ist: wir alle profitieren von ihrer Arbeit, da sie uns mit ihrem Expertenwissen auf verschiedensten Ebenen bereichern.

Kronjuwelen schützen – was Museen vom IT-Grundschutz lernen können

Kronjuwelen schützen – was Museen vom IT-Grundschutz lernen können

Vor einem halben Jahr wurde dem Louvre, dem meistbesuchten Museum der Welt, in einem ebenso folgenreichen wie simplen Einbruch Schmuck gestohlen, den Königinnen und Kaiserinnen trugen und der einen geschätzten Wert von 88 Millionen Euro hat. Acht Objekte, die Frankreichs lange Geschichte verkörpern, wurden in unter sieben Minuten entwendet.

Die Folgen reichen weit über den Diebstahl hinaus: ein vernichtender Untersuchungsbericht, Streiks, das Rücktrittsangebot der Direktorin, ein 80-Millionen-Euro-Sicherheits-Masterplan. Die französische Kulturministerin sprach von einer „chronischen, strukturellen Unterschätzung des Einbruchsrisikos“.

Bei Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro ist ein hohes Diebstahlrisiko nicht überraschend. Das niedrige Schutzniveau und die Tatsache, dass die Verantwortlichen grundlegendste Schutzmaßnahmen nicht getroffen haben, hingegen schon.

Wenn man sich mit der Frage auseinandersetzt, wie Museen ihre Ausstellungsstücke besser schützen können, findet man im IT-Grundschutz zahlreiche Ansatzpunkte. Was im Louvre schiefgelaufen ist, adressiert der IT-Grundschutz seit Jahrzehnten.

Da sich der Informationsverbund frei abgrenzen lässt und auch Räume, Gebäude und Einrichtungen als Zielobjekte modelliert werden, adressiert der IT-Grundschutz explizit die physische Infrastruktur. Die Methodik lässt sich gut auf den Schutz anderer hochwertiger Güter übertragen.

Kernabsicherung

Der BSI-Standard 200-2 definiert „Kronjuwelen“ als Assets, deren Diebstahl, Zerstörung oder Kompromittierung einen existenzbedrohenden Schaden für die Institution bedeuten würde. Die englische Fassung des Standards spricht von „crown jewels“. Im Fall des Louvre-Diebstahls war der Begriff ausnahmsweise keine Metapher, sondern wörtlich zu verstehen.

Der IT-Grundschutz bietet mit der Kernabsicherung eine eigene Vorgehensweise für genau diesen Fall: Wenn nicht alles gleichzeitig geschützt werden kann, beginnt man mit den kritischsten Assets. Beim Louvre – mit über 60.000 m² Ausstellungsfläche und etwa 35.000 Exponaten – liegt dieser Ansatz besonders nahe. Die Galerie d’Apollon, in der die französischen Kronjuwelen ausgestellt wurden, wäre das Paradebeispiel. Stattdessen: ungesicherte Fenster, unzureichende Vitrinen, fehlende Kameras und mangelnde Übung.

Fenster ohne Widerstandsklasse

Der IT-Grundschutz fordert in mehreren Anforderungen Einbruchsschutz über sichere Türen und Fenster unter der Einhaltung einschlägiger Normen (Baustein INF.1, Anforderungen A22 und A27). Abhängig vom Schutzbedarf sollen entsprechende Maßnahmen getroffen werden.

Die hier einschlägige DIN EN 1627 definiert Widerstandsklassen bis RC 6. Ab RC 5 müssen Fenster normierten Angriffen durch Elektrowerkzeuge, darunter auch Winkelschleifern, 15 Minuten standhalten. Im Louvre fehlte jede Sicherheitsverglasung. Die Täter brauchten für den Ein- und Ausstieg unter vier Minuten. Das gleiche Bild zeigt sich bei den Vitrinen: ohne durchbruchhemmende Verglasung stellten diese nur eine psychologische Hürde dar. Diese Beispiele zeigen, dass bereits die Umsetzung einer einzigen IT-Grundschutz-Anforderung den Einbruch in unter vier Minuten unmöglich gemacht hätte.

30 Sekunden zu spät

Wie wertvoll jede durch Schutzmaßnahmen gewonnene Sekunde ist, zeigt der weitere Einbruchsverlauf: Laut Untersuchungsbericht fehlten 30 Sekunden zur Festnahme der Täter. Der Alarm löste aus – doch die Leitstelle meldete der Polizei zunächst nur einen Einbruchsversuch, nicht den laufenden Raub. Die Streifenwagen fuhren zum falschen Eingang. Der IT-Grundschutz fordert genau das: eine angemessene technische und personelle Reaktion auf Gefahrenmeldungen (Baustein INF.1, Anforderung A34).

Drei Viertel ohne Kamera

Der französische Rechnungshof stellte fest: In einem Gebäudeflügel waren 75 % der Säle nicht videoüberwacht. Im meistbesuchten Museum der Welt! Der IT-Grundschutz sieht Videoüberwachung bei hohem Schutzbedarf an mehreren Stellen vor – als Bestandteil des Perimeterschutzes (Baustein INF.1, Anforderung A35) und zur Ergänzung von Zutrittskontrolle und Einbruchmeldung (Baustein INF.2, Anforderung A24).

Fehlende regelmäßige Überprüfung

Die Mängel waren bekannt: Bereits 2019 hatte ein Audit des Juweliers Van Cleef & Arpels sämtliche Schwachstellen der Galerie d’Apollon identifiziert. Genau solche Erkenntnisse sollen regelmäßige Audits liefern – mit dem Baustein DER.3.1 fordert der Grundschutz interne Prüfungen, die Wirksamkeit und Angemessenheit der Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich hinterfragen. Entscheidend ist jedoch, was mit den Ergebnissen geschieht: Die Institutionsleitung ist explizit in der Pflicht, sie zur Verbesserung zu nutzen (DER.3.1.A1). Informationssicherheit ist damit klar Aufgabe der Leitungsebene – Aufgaben lassen sich delegieren, die Verantwortung nicht.

Zusatzmaßnahmen jenseits des IT-Grundschutzes

Der IT-Grundschutz liefert bewusst Grundanforderungen als systematisches Fundament. Deren Umsetzung hätte den Einbruch in der erfolgten Form sehr wahrscheinlich verhindert.

Bei hohem Schutzbedarf oder wenn kein passender Baustein existiert, sieht der IT-Grundschutz explizit eine Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3 vor. Mit ihr werden über die IT-Grundschutz-Anforderungen hinausgehende Maßnahmen systematisch identifiziert.

Für die französischen Kronjuwelen wären das etwa Schutznebel-Anlagen (Nullsicht in Sekunden, rückstandsfrei, museumsgeeignet) und forensische DNA-Markierung (unsichtbar, gerichtsfest, rückverfolgbar) gewesen. Beides ist am Markt erprobt, beides fehlte. Ebenso sinnvoll: physische Penetrationstests, die Szenarien wie Möbelaufzug und Wartungstarnung realistisch durchspielen und Schwachstellen aufdecken, bevor es Täter tun.

Der nach dem Einbruch beschlossene Sicherheits-Masterplan kostet allein 80 Millionen Euro. Eine präventive Umsetzung grundlegender Schutzmaßnahmen wäre nur ein Bruchteil davon gewesen.

Auch deutsche Museen haben erheblichen Nachholbedarf, wie drei Fälle der letzten Jahre beispielhaft zeigen: Beim Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden wurden Schmuckstücke von unschätzbarem Wert gestohlen. Beim Raub im Bode-Museum verschwand die Big Maple Leaf-Goldmünze aus 100 kg Gold und wurde vermutlich eingeschmolzen. Im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln stahlen Einbrecher Vasen aus der Ming- und Qing-Dynastie im Wert von rund 1 Million Euro.

Der Louvre-Einbruch ist kein Einzelfall, sondern nur das prominenteste Beispiel dafür, dass physische Sicherheit beim Schutz von echten oder metaphorischen Kronjuwelen kein Randthema ist. Der BSI IT-Grundschutz liefert das Framework und ist universeller einsetzbar als viele denken.

Usedom 2026 – Neuer Ort, alte Verbundenheit

Usedom 2026 – Neuer Ort, alte Verbundenheit

Nachdem wir im vergangenen Jahr schweren Herzens Abschied von unserem Zinnowitzer Traditionsdomizil nehmen mussten, blieben wir bei unserem diesjährigen Teamwochenende dennoch der Insel Usedom treu. Wir zogen ein ganzes Stück südöstlich und schlugen unsere Zelte diesmal im Seebad Heringsdorf, einem der drei Kaiserbäder, auf.

Wie so oft begrüßte uns auf der Insel strahlender Sonnenschein, so dass wir insbesondere unseren, inzwischen auch schon traditionellen, BGM-Tag bei bestem Wetter und weitgehend an der frischen Luft verbringen konnten. Getragen wurden unsere Gesundheits- und Wellness-Aktivitäten von eigenen Angeboten unserer Kolleginnen und Kollegen. Das reichte vom morgendlichen Aktivierungslauf durch Heringsdorf mit anschließendem Eisbaden und Sonnengruß am Strand über das Angebot „Ausbalancierter Alltag“, Tae-Bo, „Body-Weight Übungen“ und eine Wanderung am Vormittag bis hin zu Fahrradtour und Strand-Volleyball am Nachmittag. Unsere IMTB-eigenen „Trainer“ hielten uns gut in Schwung. Einzig die wohlverdiente Massage überließen wir anschließend den Profis im Hotel.

Das Schöne, wenn man an einen neuen Ort kommt, ist, dass es sehr viel zu entdecken gibt. Und so waren beim jährlichen „Spaß mit Bastian und Tine“ auf einer Schnitzeljagd mit 15 Teams etliche Rätsel zu lösen und Orte in den drei Kaiserbädern zu finden und fotografisch festzuhalten: von der Seebrücke Ahlbeck über Uwes Fischerhütte, das Riesenrad am Sportplatz in Heringsdorf, die Konzertmuschel, den Baumwipfelpfad bis zum Café Asgard und dem Tropenhaus in Bansin. Kleine Zusatzaufgaben – wie das kreative Gestalten eines IMTB-Kunstwerks oder das Rezitieren eines Fontane-Gedichtes – rundeten den Teamspaß ab und gaben ordentlich Futter für die witzigen Teampräsentationen am nächsten Tag, der ansonsten bis zum Nachmittag dem gemeinsamen Arbeiten und Zukunftspläne schmieden gewidmet war. Am Abend stieg dann noch die große Abschiedsparty mit Buffet, Musik und Tanz bis nach Mitternacht.

Wie jedes Jahr war es toll, das IMTB-Team für ein paar Tage in fast voller Stärke zu erleben. Da kam fast schon ein bisschen Klassenfahrt-Feeling auf.

Danke an unsere Gastgeber auf der Insel Usedom und alle, die an der Organisation dieser rundum gelungenen Tage beteiligt waren. Wir freuen uns bereits jetzt auf unser Teamwochenende 2027.

P.S. Einen kreativen Usedom-Höhepunkt verraten wir an dieser Stelle noch nicht, denn wir heben ihn uns für später und einen Extra-Beitrag auf. Man kann ihn in unserer Fotogalerie aber bereits erahnen …

 

600 Akkordeons, unzählige Geschichten: IMTB unterstützt den Landesmusikrat Berlin e.V.

600 Akkordeons, unzählige Geschichten: IMTB unterstützt den Landesmusikrat Berlin e.V.

Gestern waren Kolleginnen und Kollegen der IMTB im Berliner Europacenter, um den Landesmusikrat e.V. bei einer wunderbaren Aktion zu unterstützen, denn hier werden anlässlich des Jahres des Akkordeons 2026 in den nächsten Tagen und Wochen hunderte Tasteninstrumente (Akkordeons, Bandoneons, Konzertinas etc.) fotografiert und katalogisiert.
Was hat es damit auf sich?

Der Berliner Dieter Plinke hat über mehrere Jahrzehnte hinweg mehr als 600 Akkordeons gesammelt – ein Lebenswerk.  Mit ihnen verbunden sind Erinnerungen aus verschiedensten Ländern, Generationen und Berliner Kiezen. Im Projekt des Landesmusikrats e.V. „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.“ soll nun diese einzigartige Akkordeonsammlung sichtbar und für alle Berlinerinnen und Berliner zugänglich gemacht werden. In Kooperation mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB) stellen sechs Berliner Einkaufszentren Räume für eine stadtweite Ausstellung zur Verfügung. Dort wird es ein halbes Jahr lang zusätzlich zur Ausstellung der schönsten Exemplare Konzerte, Lesungen und Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien geben.

Zur Vorbereitung dieser Ausstellung findet seit dem 10. März 2026 das öffentliche Katalogisierungs-Happening im Berliner Europa-Center statt, welches wir gerne im Rahmen unserer CSR-Aktivitäten mit der entsprechenden Woman- und Manpower unterstützen.

Unsere Kollegin Luca Glatzer und die Kollegen Carsten Jenß, Noah Staiger und Marius Gayhoff verbrachten gestern einen Tag vor Ort und sichteten die Instrumente, fotografierten und erfassten sie.

Übrigens kann man sich auch in den kommenden Tagen und Wochen noch bei diesem wichtigen kulturhistorischen Community-Projekt engagieren.

Bitte tragen Sie sich bei Interesse hier ein:
https://www.survio.com/survey/d/ich-mach-mit

Bei den Ausstellungen in den Berliner Shopping-Centern werden Ehrenamtliche, wie unser Kollege Carsten Jenß anwesend sein, um Fragen zu beantworten und Nachwuchs für das Selber-Musizieren zu gewinnen. Dieses Herzensanliegen des Landesmusikrats e.V. und seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter unterstützen wir als IMTB gerne.

 

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Ukrainehilfe — Kleine Feste und Geschenke. Trotz alledem.

Ukrainehilfe — Kleine Feste und Geschenke. Trotz alledem.

Die IMTB spendete in diesem Jahr zu Weihnachten an die TMR Flüchtlingshilfe Ukraine Berlin e. V., welche im Großraum Odesa viele humanitäre Aktivitäten organisiert und sich an Aktivitäten von Partner-NGOs beteiligt. Konkret leistet die TMR Vor-Ort-Hilfe mit dem Betreiben von humanitären Zentren in Odesa, dem Evakuieren aus Kriegszonen, der Unterstützung von im Krieg zurückgelassenen Tieren und vielem anderen mehr. Unsere Spende half bei TMR-Aktionen rund um Weihnachten.
In der ersten Woche des neuen Jahres fuhr unser Kollege Erik zusammen mit Karsten Fuhrken von der TMR in den Süden der Ukraine, um dort vor Ort an den humanitären Aktionen rund um das Weihnachtsfest teilzunehmen. Wir freuen uns, hier seinen Bericht zu veröffentlichen:

Unsere Tage in Odesa waren vollgepackt.
Auf dem Plan standen mehrere Weihnachtsfeiern für Kinder, die entweder Ihre Väter verloren hatten, Binnenflüchtlinge sind oder aus der besonders in Mitleidenschaft gezogenen, ländlichen Region rund um Mykolajiw kommen. Da die Ukraine ein so großes Land ist, verging viel Zeit mit dem Fahren zu den jeweiligen Orten. Das Nebeneinander von Krieg und einer Art Normalität ist kaum zu beschreiben. Mit Luftalarm lebt man in Odesa jede Nacht und auf den Landstraßen stehen die Luftabwehrgeschütze. Durch die Felder ziehen sich die Schützengräben und dann erscheint auf einer anderen Straßenseite eine prächtige Wein- oder Obstplantage. Einzelne Gebäude, Brücken oder Straßen sind schwer beschädigt, andere sind aber schon wieder aufgebaut.

In den ersten Tagen haben wir in Odesa gemeinsam mit den unermüdlichen Vor-Ort-Helferinnen und -Helfern Weihnachtspakete an Menschen ausgeliefert, die nicht in der Lage sind, diese in den humanitären Zentren abzuholen. Das konnten sehr alte Menschen sein, aber auch alleinerziehende Frauen, die aus dem direkten Kriegsgebiet geflohen waren.

In den nächsten Tagen ging es in die Region Mykolajiw (120 km östlich von Odesa), welche von den ukrainischen Streitkräften 2022 zurückerobert wurde, somit schwer umkämpft war und immer noch stark zerstört ist. An einem Ort, wo TMR einige der Güter aus Deutschland und Europa zwischenlagert, war die Front in Cherson nicht nur zu hören, sondern zu spüren. Hier im ländlichen Raum war die erste Station ein Altersheim, wo alten Menschen Weihnachtspakete von Senioren aus Deutschland überreicht wurden. Mehr als der Inhalt rührte diese Menschen, dass irgendwo auf der Welt an sie gedacht wird und sie nicht allein sind.

Die nächste Station war eine Schule in Sofijiwka. Dort durften wir nicht nur sehen, wie beeindruckend Schul- und Nutzgebäude mit Unterstützung von TMR wieder aufgebaut und renoviert wurden, sondern auch einer herzerwärmenden, weihnachtlichen Schulaufführung beiwohnen. Da ich neben meiner Tätigkeit bei der IMTB auch Sänger bin, sang ich mit den Kindern ukrainische Weihnachtslieder. Auch hier waren Verwunderung und Dankbarkeit groß, dass es Menschen im fernen Deutschland gibt, die auf Ukrainisch mit ihnen singen.

Das Hauptaugenmerk der Reise lag auf zwei großen Weihnachtsfeiern im Theater Mykolajiw. Hier wurde unter Mithilfe von TMR eine große Show für die Kinder der ländlichen Regionen, die für diesen Tag mit kleinen Bussen nach Mikolajiw gefahren wurden, organisiert. Neben dem typisch ukrainischen Wertep – einem lustig-mystischen Krippenspiel, wo nicht nur Engel und Hirten, sondern auch Teufel und Herodes stattfinden – sahen die Kinder das Musical-Theaterstück „Mary Poppins“. Vorher sang ich wieder mit ihnen Weihnachtslieder, und nachher gab es Geschenke. Es waren zwei rundum gelungene Tage für die Kinder und mit Sicherheit eine schöne Abwechslung zum schweren Alltag.

Das beeindruckendste Weihnachtsfest erlebten wir in einem stockfinsteren Dorf in der Region Baschtanka, wo aus einem notdürftig beleuchteten, unbeheizten Kulturhaus Lieder erklangen und viele Menschen, einem Krippenspiel beiwohnten. Wärme und Freude, wo man sie nicht vermutet. Auch hier gab ein gemeinsames Weihnachtsliedersingen und zum Abschluss Geschenke, gepackt von deutschen Kindern, teilweise mit herzlichen kleinen Briefen versehen.

Diese Reise war für mich eine tiefe Erfahrung und diese Woche fühlt sich von der Menge der Eindrücke her an, wie ein ganzer Monat.“

Wir sind froh, dass unsere Weihnachtsspende so unmittelbar wirken konnte und danken der TMR Flüchtlingshilfe Ukraine und Karsten Fuhrken, der all diese Aktionen organisiert, herzlich für das Engagement.