Florian – Ein Gespräch über Kunstgeschichte, Archive, die E-Akte und die IMTB

Florian – Ein Gespräch über Kunstgeschichte, Archive, die E-Akte und die IMTB

Wir treffen unseren Kollegen Dr. Florian Gläser auf einen kleinen Spaziergang von unserem Kölner Büro zum Rhein. Unterwegs plaudern wir munter über Architektur der 50er und 60er Jahre, Kölner Stadtgeschichte und landen an der Bastei am Rheinufer.

Das ist der Überrest eines früher militärisch genutzten Turms, dessen Fundament man in den 1920er Jahren genutzt hat, um darauf ein Restaurant zu errichten. Man hat damals diesen schönen expressionistischen Aufsatz draufgesetzt. Im Krieg war das Bauwerk zerstört und ist danach nochmal aufgebaut worden. Das Ganze stammt vom berühmten Architekten Riphahn, der in Köln vor allem in den 50er Jahren viel gebaut hat. Die Bastei ist jetzt aber geschlossen, weil das Gebäude komplett sanierungsbedürftig ist.

Ich liebe es, wenn Leute so viel über ihre Stadt wissen ….

Das ist so ein bisschen mein Erbe, das sonst nicht mehr so zum Tragen kommt. Ich habe mal Geschichte und Kunstgeschichte studiert.

Du bist also auch einer von den IMTB-Kollegen, die nicht aus einer Fachrichtung stammen, die man gemeinhin erwarten würde.

Genau. Ich habe ganz breit angefangen: Geschichte, Politik, spanische Philologie und Philosophie. Eigentlich waren mein Schwerpunkte Geschichte und spanische Philologie. Und dann bin ich im dritten Semester Vater geworden und habe gedacht: Um Spanisch ernsthaft zu studieren, müsste man ein Jahr nach Spanien gehen. Das ging aber nicht, weil ich natürlich als Vater hier unverzichtbar war. Also bin ich geblieben und habe noch ein neues Zweitfach gebraucht. Das wurde Kunstgeschichte. Bei Geschichte war ich schon mit allen Scheinen durch und habe dann in drei Semestern alle Scheine fürs Nebenfach gemacht.

Bei Kunstgeschichte bin ich bis zur Doktorprüfung geblieben. In meiner Doktorprüfung waren – ergänzend zu meinem Schwerpunkt „Mittelalter“ im Hauptfach Geschichte – meine Schwerpunktthemen Gotik, mittelalterliche Buchmalerei und mittelalterliche Plastik. Du kannst mich also wenig zu moderner Kunst und auch wenig zu frühneuzeitlicher Kunst fragen.

Also hast du Geschichte und Kunstgeschichte abgeschlossen. Wie ging es nach dem Studium weiter?

Danach lief es für mich an der Uni erstmal super. Ich hatte früh einen Job als Wissenschaftliche Hilfskraft und nach der Magisterarbeit eine halbe Mitarbeiterstelle. Da konnte ich meine Dissertation schreiben und habe auch in der Lehre angefangen. Man denkt in dem Moment ja, dass es immer so weiter geht. Aber dann hat mein Doktorvater plötzlich seine Aktivitäten eingestellt und in so einem Uni-Betrieb ist man nun mal auf Gedeih und Verderb dem Doktorvater ausgeliefert.
Wenn man versucht, sich auf Mitarbeiterstellen an anderen Unis zu bewerben, haben die alle ihre eigenen Leute herangezogen. Man kommt da nicht rein. Es ist eine absolute Ausnahme, dass wirklich ernsthaft jemand von außerhalb gesucht wird.
Aber ich hatte an der Uni schon in einem DFG-Forschungsprojekt gearbeitet, bei dem ich viel in Archiven unterwegs war. Da habe ich mir gedacht: Das ist doch eigentlich ein interessantes Arbeitsfeld, bewirb dich doch mal für den Archivdienst. Und das habe ich dann gemacht. Es ist ein super enges Nadelöhr. Bundesweit werden ungefähr 20 Personen pro Jahr, verteilt auf die verschiedenen Landesarchivverwaltungen ausgebildet. Und für den höheren Archivdienst ist die Promotion Voraussetzung. Man absolviert da zunächst ein Referendariat und ich bin damals schon in großen Schritten auf die Altersgrenze von 32 Jahren zugeschritten. Im allerletzten Jahr, in dem das noch möglich gewesen ist, habe ich es dann geschafft.
Ich habe das Archivreferendariat zwei Jahre gemacht und anschließend ein paar Jahre als Archivar gearbeitet. Für die digitalen Themen in dem Berufsfeld habe ich mich damals schon interessiert. Die Archivare waren nämlich ganz früh am Thema „Digitale Archivierung“ dran. Zu einem Zeitpunkt, als die Verwaltungen noch weit weg waren von der E-Akte, haben die Archivare sich schon vorbereitet und sich gefragt: Was machen wir, wenn die Verwaltungen uns E-Akten abgeben?
Ich bin damals oft zu Veranstaltungen gefahren, z. B. zur Jahrestagung E-Akte und dort bin ich mit Herrn Ullrich von Infora ins Gespräch gekommen. Er hat irgendwann gesagt: „So jemanden wie Sie suchen wir; jemanden, der selber die Innensicht aus der öffentlichen Verwaltung hat, der sich mit diesen Themen schon beschäftigt hat und das ganze Thema Schriftgutverwaltung systematisch gelernt hat“. Es gibt ja keine Registraturausbildung in den Verwaltungen mehr. Die einzigen, die das systematisch curriculumbezogen lernen, sind die Archivare. Und da mein letzter Job als Archivar in einer Archiv-Beratungsstelle war, ich also Archive beraten hatte, kannte ich die Beratungstätigkeit und das projektbezogene Arbeiten. Der Schritt war eigentlich sehr klein.
Wenn man also denkt: „Wie wird man vom Mediävisten zum Unternehmensberater? Das ist doch ein Riesenschritt!“ Mit diesen Zwischenschritten ist es total plausibel.

Und schon warst Du mittendrin in der Beratungsbranche.

Ja, ich habe bei der Infora angefangen und gemerkt, dass mir das Spaß macht. Ich konnte mich mit meinem Fachwissen einbringen, denn ich war ja nicht so ein absoluter Neuling. Und ich habe vieles andere gelernt, Projektmanagement zum Beispiel. Das hatte ich vorher im öffentlichen Dienst nicht so systematisch gemacht.
Bei Infora lief es eine ganze Weile gut, aber ich bin dann doch weitergezogen, habe andere Erfahrungen gesammelt und 2019 zur IMTB gekommen. Gemessen an meinem Alter bin ich noch nicht so lange in der Beratung, erst seit 16 Jahren. Andere, die direkt nach ihrem Studium in die Beratung gegangen sind, sind länger dabei, aber jünger als ich.

Aber es ist eigentlich auch ganz schön, den Blick aus verschiedenen Richtungen zu haben, oder?

Ja, das auf jeden Fall. Ich hatte am Anfang meiner Beratungskarriere relativ schnell große Projekte in mehreren katholischen Bistümern. Da habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, je nach Kundenumfeld den richtigen Ton zu treffen und die richtige „Sprache“ zu sprechen. Und da ich in diesem Umfeld auch so ein bisschen sozialisiert bin, konnte ich also mit meinen Ansprechpartnern so reden, dass sie nicht dachten: „Was ist das denn für einer!“ Das waren teilweise große Projekte mit bis zu 450 Personentagen, bei denen wir die E-Akte mit allem Drum und Dran vorbereitet haben.

Kanntest Du die IMTB schon aus Projekten?

Ja, ich hatte schon mit einigen Kolleginnen und Kollegen in einem Projekt zusammengearbeitet. Ich fand es damals so schön zu sehen, wie sie miteinander umgegangen sind und dachte mir, dass es bestimmt nett ist, da zu arbeiten. Und dann habe ich einfach mal bei einem der Geschäftsführer, der auch in diesem Projektteam war, gefragt. Es hat dann noch etwas gedauert, weil sich die IMTB so einer Art unausgesprochener Vereinbarung verpflichtet gefühlt hatte, dass man nicht aus gemeinsamen Projekten die Leute abwirbt. Aber ich habe nicht lockergelassen und man ist sich dann einig geworden.

Als Du zur IMTB gekommen bist, warst Du ja einer von denjenigen, die bei uns die Rolle Team-Manager entwickelt und als erstes mit ausgefüllt haben.

Stimmt. Da war ich noch gar nicht so lange dabei. Ich habe im Juli 2019 angefangen und wir haben uns zum ersten Mal vor der Weihnachtsfeier in Dresden 2019 zusammengesetzt und Vorüberlegungen angestellt: Was will die Geschäftsführung eigentlich von der Rolle? Was können wir uns vorstellen? Wie gestalten wir das aus?
Wir mussten also klären: Was trägt eigentlich diese Rolle? Ist das eine Funktion oder ist das ein Status oder eine Kombination aus beidem? Und in welchem Verhältnis ist das eine Kombination? Das war wirklich ein Prozess und die Vorstellungen davon, was genau die Rolle ausmacht, haben zwischen uns und der Geschäftsführung nicht von Anfang an übereingestimmt.
Am Ende ging es dann um Unterstützung und Entlastung bei der Angebotserstellung. Und später kam noch das Thema Personalentwicklung hinzu. Das war am Anfang aus der Sicht der Geschäftsführung gar nicht so vordergründig Teil der Aufgabe. Wir Teammanagerinnen und Teammanager haben allerdings in diesem Punkt fast einen noch größeren Bedarf gesehen. Wir wurden ja als Firma immer größer und es wurde für die einzelnen Geschäftsführer schwieriger im Detail mitzubekommen, was die einzelnen Kolleginnen und Kollegen bewegte.

Und Ihr habt das dann gemeinsam mit der Geschäftsführung erarbeitet?

Genau. Wir haben immer wieder Vorschläge entwickelt, uns Feedback abgeholt und immer wieder weiterentwickelt. Es sind dann Sachen herausgearbeitet worden, wie: Hat jeder Teammanager ein festes Team, ja oder nein? Wir haben entschieden, dass wir ein komplett festes Team eigentlich nicht wollen, weil so etwas dann schnell Abteilungscharakter bekommt. Und dann stellt sich natürlich die Frage, in welchem Turnus wir die Teams neu zusammensetzen. Wir haben damals entschieden, dass die Teams jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Aber da haben wir inzwischen nachgesteuert. Zuletzt haben wir gesagt, ein Jahr ist zu kurz, wenn wir Personalentwicklung machen wollen, also wechseln die Teams jetzt alle zwei Jahre.
Wir haben also immer daran weitergearbeitet. Mir persönlich macht das ganz großen Spaß, insbesondere das Thema Personalentwicklung.

Wenn du so in die Richtung Personalentwicklung denkst, was sind denn die Kompetenzen, die ausgebaut werden müssen? Was wird im öffentlichen Sektor für die Beratung gebraucht? Was brauchen unsere Kolleginnen und Kollegen?

Das ist ganz vielfältig. Zunächst war da die Überlegung: Die IMTB-Belegschaft ist so gewachsen, dass die einzelne Person vielleicht gar nicht mehr so richtig gesehen wird. Am Anfang stand also diese ganz naive Idee, die Kolleginnen und Kollegen noch mal besser sichtbar zu machen. Also sich gesehen zu fühlen, wertgeschätzt zu fühlen und mit einem Anliegen auch wirklich durchzudringen; allein durch den Umstand, dass es nun vier, dann fünf weitere Personen gibt, auf die sich diese Aufgabe verteilt. Und aus der umgedrehten Perspektive: Näher dran zu sein an den Kolleginnen und Kollegen, über die Konstellationen hinaus, die das Projektstaffing an Teams hervorbringt. Das war der Grundgedanke. Und daraus hat sich alles entwickelt. Was brauchen die Kolleginnen und Kollegen denn eigentlich, um gesehen zu werden? Was brauchen sie, um gefördert zu werden? Die Teammanagerinnen und -manager nehmen sich dafür die Zeit in Einzelgesprächen und in Team-Jour Fixes. Und neben der Arbeit in den einzelnen Teams haben wir auch einen wöchentlichen einen Jour Fixe, um uns und unsere Aufgaben weiterzuentwickeln.

Wenn Du „gesehen werden“ sagst, fällt mir ein, dass wir beide uns des Öfteren über das Thema Diversität unterhalten haben. Du hattest uns auch ein Statement zum Coming-Out-Day gegeben und damals aufgefordert: „Kommt mal raus aus dem Schrank“. Also die Aufforderung sich sichtbar zu machen. Oft ist der Adressatenkreis ja genau umgekehrt gewählt. Ich fand es interessant, dass du es so rum formuliert hattest.

Es müssen ja immer beide Perspektiven gegeben sein in einer sozialen Interaktion: Eine Seite, die sich öffnen möchte, und eine Seite, die sich auf die Öffnung einlassen möchte.
Unsere Branche ist eindeutig männerlastig, bei der IMTB nicht so extrem, aber doch auch. Bei anderen Unternehmen in der Branche ist das noch viel stärker ausgeprägt und bei manchen auch auf eine ganz unangenehme Art. Ich weiß, dass der Begriff toxische Männlichkeit überstrapaziert ist, aber er lässt sich darauf schon anwenden. Da wird kokettiert mit endlosen Überstunden, wie tough man im Umgang mit sich selbst ist und wie man sich dann wieder mit irgendwelchen Extremsportarten seinen Ausgleich verschafft. Abweichende Einstellungen finden wenig Bestätigung oder Akzeptanz.
In einem solchen Branchen-Umfeld ist es als schwuler Mann noch mal schwieriger zu sagen: Ich adaptiere das Bild nicht für mich. Was vielleicht aber auch nur bedingt was mit der Homosexualität zu tun hat, denn es gibt natürlich schwule Männer, die das genauso leben und das genauso für sich adaptieren. Aber worauf ich hinauswill, ist, dass vielleicht die Sorge größer ist in so einem Umfeld zu sagen, ich spiele das nicht mit, als in einem anderen Umfeld. Wenn ich Make-up-Artist am Theater bin, habe ich die Probleme wahrscheinlich nicht.
Ich finde es einfach wichtig, dass es in einem Unternehmen eine Atmosphäre gibt, wo man das gar nicht groß und plakativ thematisieren muss. Auf der anderen Seite soll es eben auch überhaupt gar kein Problem sein, dass ich, wenn alle von ihrem Urlaub erzählen, dann eben auch sagen kann: Ich war mit meinem Mann im Urlaub.
Ich habe im beruflichen Kontext nie eine direkte Diskriminierung erfahren, aber man nimmt eben auch viel „Angriffsfläche“ vorweg. Also aus einer Vorsicht heraus.

Aber Diversität ist ja viel breiter! Im Diversity Management geht es darum, dafür zu sensibilisieren, dass die Menschen in einem Team sehr unterschiedlich sein können: ethnisch, kulturell, bezüglich ihrer Persönlichkeitsmerkmale oder eben auch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität. Manche dieser Eigenschaften sind irrelevant für unsere Arbeit, andere prägen hingegen unsere Erfahrungen sehr stark und damit die Art und Weise, wie wir Dinge sehen, Situationen einschätzen oder Lösungsansätze entwickeln. Und darin liegt das Potential: Diese Unterschiedlichkeit bei den anderen im Team sehen zu wollen und einbinden zu können und – im besten Fall konstruktiv und kreativ – in die Arbeit einfließen zu lassen.

Vor zwei Jahren haben wir uns das erste Mal über das Thema Diversity ausgetauscht. Damals ging es unter anderem darum, ob man Symbole und Zeichen auf der Website verwenden sollte. Du hattest damals darauf hingewiesen, dass diese Zeichen für diejenigen, die homosexuell oder queer sind, signalisieren, dass man willkommen ist und in der Firma offen damit umgehen kann.

Genau. Natürlich gibt es „Pinkwashing“, also die Selbstdarstellung als „queerfriendly“ als reine PR-Maßnahme. Irgendwo eine Regenbogenfahne in die Ecke der Website zu klatschen, da ist noch nichts darüber gesagt, wie einem Kolleginnen und Kollegen tatsächlich begegnen werden. Und das ist letztlich das, worauf es ankommt. Dennoch ist es ein erstes kleines Signal, das Betroffenen, die sich überlegen, zu uns ins Team zu kommen, nicht entgehen wird.

Lieber Florian, vielen Dank Dir für das interessante und offene Gespräch. Ich würde zu gerne mal mit Dir in eine Ausstellung über mittelalterliche Buchmalerei gehen.

IMTB beim 24. PDV-Anwenderforum in Erfurt

IMTB beim 24. PDV-Anwenderforum in Erfurt

Am 29. und 30. Oktober 2025 waren wir in Erfurt beim 24. PDV-Anwenderforum unter dem Motto „35 Jahre PDV – #WIRdigitalisierenDeutschland – Gemeinsam Zukunft gestalten“ vor Ort, denn nicht wenige unserer Kunden nutzen die VIS-Suite. Da ist es Ehrensache für uns, auf dem Laufenden zu bleiben. Rund 300 Fach- und Führungskräfte unterschiedlicher Institutionen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft nahmen teil.

Das Forum fiel mit dem 35-jährigen Bestehen der PDV GmbH zusammen. Das Programm verband Fachliches und Praxisbezug. Im Mittelpunkt standen dabei Prozessautomatisierung, KI-gestützte Abläufe und die Vorstellung der neuen Hauptversion der VIS-Suite, VIS 7. Diese neue Version setzt Schwerpunkte auf digitale Souveränität, die optional integrierbare NoCode-Automatisierung (VIS-NoCode) und KI-Assistenzfunktionen als Add-on (VIS-GenAI) zur Unterstützung der täglichen Sachbearbeitung.

Erfolgsfaktoren nachhaltiger Digitalisierung

Der erste Tag des Anwenderforums startete mit der Begrüßung durch Dirk Nerling, Geschäftsführer der PDV GmbH, sowie Eric Berg, Leiter Geschäftsbereich PDV.red. Im Anschluss hielt Herr Ministerpräsident Mario Voigt einen Impulsvortrag zur Digitalisierungsstrategie des Landes Thüringen. Thema der anschließenden Podiumsdiskussion war die Frage „Was sind die Erfolgsfaktoren für nachhaltige Digitalisierung?“ Auf dem Podium diskutierten Ministerpräsident Mario Voigt, Christian Bressem (Director Public, Energy & Transformation, PwC GmbH) und Dirk Nerling (Geschäftsführer PDV GmbH). Die Quintessenz: Nachhaltig digital ist nur, was vernetzt, rechtssicher, menschenzentriert und ganzheitlich gedacht ist. Das Panel setzte ein klares Signal: Nachhaltige Digitalisierung gelingt, wenn wir Schnittstellen schaffen, rechtliche Hürden abbauen, Automatisierung klug nutzen und den Menschen ins Zentrum stellen. Der Weg führt über Klarheit im Zielbild, Mut in der Umsetzung und Kooperation auf Augenhöhe.

Der Mensch im Mittelpunkt

Die Diskussion machte Mut, Digitalisierung als Chance zu begreifen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist Automatisierung kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung, um den öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Wenn Routinen durch Workflow- und KI-Unterstützung schlanker werden, bleibt Zeit für das, was Menschen auszeichnet: Entscheidungen treffen, beraten, Verantwortung übernehmen. So entsteht Qualität im Ergebnis – für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Trotz aller Technik: Vernetzung von Mensch zu Mensch bleibt die Basis „guter Verwaltungsarbeit“. Nutzerzentrierung, Co-Creation mit Verwaltungspraxis und Wirtschaft, schnelle Feedbackschleifen – so wird Digitalisierung ergebnisorientiert, statt projektgetrieben. Erfolg misst sich an spürbarer Entlastung, kürzeren Durchlaufzeiten und hoher Akzeptanz.

Ganzheitlich denken: Daten, Prozesse, Recht, Architektur und Betrieb

Wer Wirkung in den Mittelpunkt stellt, priorisiert richtig und skaliert, was trägt. Dafür braucht es eine Kultur der Ermöglichung. Führung, die Freiräume schafft, Fehler als Lernchance versteht und Erfolge sichtbar macht. Teams, die Kompetenzen aufbauen und Verantwortung übernehmen. Beschaffung, die Innovation zulässt. Leuchttürme sind wichtig – entscheidend ist, erfolgreich erprobte Maßnahmen in die Fläche zu bringen. Umsetzung ganzheitlich denken heißt, Information, Menschen, Organisation und Technik als System zu betrachten. Datenqualität und Governance, Prozesse und Rechtsrahmen, Architektur und Betrieb – erst im Zusammenspiel entsteht nachhaltige Digitalisierung.

Neben den inhaltlichen Beiträgen, mehr als zehn Referentinnen und Referenten gestalteten Vorträge und Diskussionen zur Modernisierung der Verwaltung sowie zu geplanten Weiterentwicklungen der VIS-Suite, bot das Anwenderforum vielfältige Möglichkeiten für Austausch auf Augenhöhe, unter anderem im Speed Networking und in informellen Gesprächen. Anwenderinnen und Anwender der VIS-Suite berichteten aus der Praxis und teilten Erfahrungen zur digitalen Transformation komplexer Verwaltungsprozesse.

Zusammenarbeit als Schlüssel: Verwaltung, Wirtschaft, Politik

Die Veranstaltung in Erfurt verdeutlichte die Notwendigkeit des kooperativen Charakters bei der digitalen Transformation zwischen Behörden, Technologieanbietern und politischen Akteuren vor dem Hintergrund steigender Anforderungen, begrenzter personeller Ressourcen und des Bedarfs an effizienten, sicheren Prozessen. Das Anwenderforum bot einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen und nächste Schritte auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Verwaltung. Die Quintessenz: Nachhaltig digital ist nur, was vernetzt, rechtssicher, menschenzentriert und ganzheitlich gedacht ist.

Mit Kick und Köpfchen: Bildungsurlaub auf der Jiu-Jitsu-Matte

Mit Kick und Köpfchen: Bildungsurlaub auf der Jiu-Jitsu-Matte

Von der Weiterbildung unserer Kolleginnen und Kollegen zum Thema Low-Code haben wir kürzlich erst berichtet, aber wir unterstützen Weiterbildung nicht nur im Büro, sondern auch auf der Matte!

Klingt merkwürdig? Stimmt aber, denn Lernen hört nicht am Schreibtisch auf. Unser Kollege Lutz hat das zuletzt eindrucksvoll bewiesen: Vom 11. bis 16. Oktober tauschte er den Laptop gegen die Sportschuhe und nahm am Aufbaumodul der Übungsleiter-C-Ausbildung beim Stadtsportbund Bochum teil. Sein Ziel: künftig eigenständig Jiu-Jitsu-Sportgruppen im Verein leiten.

Dank der Genehmigung für den Bildungsurlaub konnte Lutz sich eine Woche lang intensiv mit Themen wie Trainingsaufbau, Motivation, Sicherheit und Breitensport beschäftigen. Was auf den ersten Blick nach rein sportlicher Weiterbildung klingt, hat erstaunlich viele Parallelen zu unserem Arbeitsalltag:

Wie motiviere ich andere? Wie baue ich ein Training – oder ein Projekt – sinnvoll auf? Wie sorge ich für Sicherheit und Vertrauen im Team? Und wie bringe ich Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam in Bewegung?

Wir gratulieren Lutz herzlich zum Erwerb der Übungsleiter-C-Lizenz und wünschen ihm viel Freude und Energie; ganz gleich, ob auf der Matte oder in unseren Projekten.

Wir finden: Bildungsurlaub ist eine starke Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen, Kompetenzen zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Und manchmal bringt er sogar frischen Wind in die Teamarbeit – mit einem kleinen Kick.

A wie Anfang – IMTB 20 – von A bis Z

A wie Anfang – IMTB 20 – von A bis Z

Im Jahr 2026 wird die IMTB 20 Jahre alt. Wir werden in einem kleinen Countdown in den nächsten 12 Monaten bis zum großen Ereignis ein A-Z gestalten, um uns noch einmal von einer ganz anderen Seite vorzustellen.
Und los geht es mit – wie könnte es anders sein – A wie Anfang.

„Das Geheimnis des Vorankommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun.“, wusste bereits Mark Twain.

Und so war es im Fußballsommer 2006 so weit: Unsere drei Gründer“väter“ Henning Böske, Bastian Herrmann und Ralph Naumann, die sich bei einem Beratungsunternehmen kennengelernt hatten, wagten den mutigen Schritt eine eigene Beratung zu gründen. Mit vielen frischen Ideen, gut durchdachten Werten, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben, und dem unbedingten Willen, Dinge anders zu machen, gründeten sie quasi zu Hause auf der Couch die damals noch kleine, aber feine IMTB.

Was die drei verband, war nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch die Überzeugung, dass Beratung mehr kann als das, was sie bis dahin erlebt hatten. Sie wollten den Menschen in den Mittelpunkt stellen, sowohl in ihrer Firma als auch bei den Kunden. Und sie wollten Bewegung in die öffentliche Verwaltung bringen, damit es mit der digitalen Transformation vorangeht. Und so lag die Wahl des Firmennamens fast schon nahe: IMTB – Informationen, Menschen und Technik in Bewegung.

Ein Gewerbe musste angemeldet, ein Gesellschaftervertrag geschlossen und ein Corporate Design festgelegt werden. Kunden mussten akquiriert, erste Mitarbeiterinnen eingestellt und Strategien entwickelt werden. Dazu noch Website, technisches Equipment, Briefpapier, Visitenkarten und Handyverträge … was nicht alles zu bedenken war! Und ein Büro musste gefunden werden. Und glücklicherweise wurde man fündig. Seit 2007 haben wir unser schönes „Stammhaus“ in der Schumannstraße 14 b, gleich neben dem Deutschen Theater in Berlin und gleich neben der Schumannstraße 13, in der Emil Tischbeins Oma und Pony Hütchen wohnten (Emil und die Detektive). Für uns ist die Schumannstraße 14 b ein Ort, an dem die Köpfe rauchen, Workshops und Weiterbildungen stattfinden, wir uns aber auch wohlfühlen und viele legendäre Feierlichkeiten und unser jährliches IMTB-Sommerforum stattfinden.

Fast 20 Jahre später zeigt sich: Der Anfang war nicht nur ein Schritt, sondern ein Sprung. Aus der kleinen Gründung ist eine quicklebendige Firma mit über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden, die mit ihren Menschen, den Kunden und vielen Ideen gewachsen und sehr lebendig ist.

Denn wie Mark Twain schon wusste: Vorankommen beginnt mit dem ersten Schritt. Und manchmal führt dieser Schritt zu etwas Großem.

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IMTB und VISION auf der 26. Beschaffungskonferenz 2025

IMTB und VISION auf der 26. Beschaffungskonferenz 2025

Zukunft gestalten durch Kompetenz und Kooperation

Am 22. und 23. September 2025 traf sich die Fachwelt des öffentlichen Beschaffungswesens im Berliner Hotel de Rome zur 26. Beschaffungskonferenz, einem der ältesten Foren für strategische Vergabe. Über 400 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen zusammen, um über aktuelle Entwicklungen, rechtliche Neuerungen und Best Practices zu diskutieren.

Auch die IMTB-Beschaffungsmanagement & Consulting GmbH war in diesem Jahr gemeinsam mit der VISION Consulting mit einem gemeinsamen Stand vertreten. Während die IMTB ihre umfassende Kompetenz im Bereich der strategischen und vergaberechtlichen Beratung präsentierte, stellte VISION ihre ausgewiesene Expertise in der technischen Fachberatung vor. Gemeinsam zeigten beide Häuser, wie eng organisatorische und technische Perspektiven in modernen Beschaffungsprojekten miteinander verflochten sind und wie durch dieses Zusammenspiel für unsere Kunden nachhaltige Mehrwerte entstehen.

Unser gemeinsamer Auftritt – Die Brücke zwischen Vergabe und Technik

Der gemeinsame Stand von IMTB und VISION war über beide Veranstaltungstage hinweg ein gefragter Treffpunkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landesverwaltungen, kommunalen Einrichtungen und Forschungseinrichtungen nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen in der Beschaffungspraxis zu informieren. So wurde beispielsweise thematisiert, wie die geforderte Umsetzung der Barrierefreiheit in den Ausschreibungen optimal einfließen kann.

Die IMTB stellte ihre Rolle als Partnerin für strategisches Beschaffungsmanagement in den Mittelpunkt, von der Bedarfsermittlung und Markterkundung über Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, Erstellung von Ausschreibungsdokumenten bis hin zur E-Vergabe mit Zuschlagsempfehlung. Im Fokus stand dabei stets, wie strukturierte und zugleich praxisnahe Verfahren umgesetzt werden können.

VISION Consulting ergänzte diese Perspektive durch ihre technische Fachkompetenz. Das Team präsentierte Ansätze zur präzisen Erhebung und Bewertung technischer Anforderungen, zur Erstellung belastbarer Leistungsbeschreibungen und zur Integration von IT-Sicherheits-, Datenschutz- und Nachhaltigkeitsvorgaben.

Der gemeinsame Auftritt machte deutlich, dass öffentliche Auftraggeber nur durch die enge Verbindung von Vergabe-, Organisations- und Technikkompetenz Beschaffungsvorhaben effizient, zukunftsfähig und resilient gestalten können.

Themen der Beschaffungskonferenz – Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz

Im Mittelpunkt der diesjährigen Beschaffungskonferenz standen drei Themen, die derzeit die öffentliche Beschaffung prägen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz. Die Diskussionen machten deutlich, dass Beschaffung längst nicht mehr nur eine administrative Aufgabe ist, sondern zunehmend als strategisches Steuerungsinstrument verstanden wird. Öffentliche Auftraggeber stehen vor der Herausforderung, Effizienz und Transparenz mit Innovation und Nachhaltigkeit zu verbinden.

Gerade die Digitalisierung der Vergabeprozesse wurde als entscheidender Hebel für Modernisierung betrachtet. Vorgestellt wurden aktuelle Entwicklungen zur Vereinheitlichung von E-Vergabeplattformen, zur Einführung digitaler Marktplätze und zum Ausbau interoperabler Systeme. Dabei wurde betont, dass Technologie nur dann Mehrwert schafft, wenn sie Prozesse vereinfacht, Transparenz erhöht und die Arbeit der Vergabestellen tatsächlich erleichtert.

Ein weiterer Schwerpunkt war die nachhaltige und sozial verantwortliche Beschaffung. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigten, wie ökologische und soziale Kriterien bereits heute verbindlich in Vergabeverfahren integriert werden, etwa durch CO₂-neutrale Lieferketten, Kreislaufwirtschaftskonzepte oder faire Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfung. Nachhaltigkeit wurde dabei nicht als Zusatz verstanden, sondern als integraler Bestandteil moderner Vergabestrategien.

Nicht zuletzt wurde auch die Versorgungssicherheit intensiv diskutiert. Angesichts geopolitischer Spannungen und globaler Lieferkettenrisiken gewinnt die Frage an Bedeutung, wie der Staat kritische Infrastrukturen absichern und strategische Abhängigkeiten reduzieren kann. Beschaffung wird damit zunehmend zu einem Instrument der Resilienz-Politik, mit klarer Verantwortung für Stabilität und Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung.

Fazit

Die 26. Beschaffungskonferenz 2025 hat gezeigt, dass die öffentliche Beschaffung heute eine Schlüsselrolle für die Modernisierung des Staates einnimmt. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz sind dabei keine isolierten Handlungsfelder, sondern miteinander verknüpfte Leitprinzipien einer zukunftsfähigen Verwaltung.

Für IMTB und VISION Consulting war die gemeinsame Teilnahme weit mehr als ein Messeauftritt: Sie war ein deutliches Zeichen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Anspruch, Vergabe und Technik aus einem Guss zu denken. Während IMTB für strategische Planung und effiziente Verfahren steht, bringt VISION die technische Tiefe und Umsetzungskompetenz ein. Dabei zeigt sich, dass die IMTB auch die Sprache der Technik spricht und die Vision ebenso die Anforderungen der Vergabe versteht – eine echte Verbindung von Praxis und Strategie. Beide Ansätze zusammen zeigen, was moderne Beschaffung ausmacht: Sie ist strategisch, digital, nachhaltig – und entscheidend für die Zukunftsfähigkeit öffentlicher Institutionen.